Linie





Die Geschichte des Aikido reicht tief in die Zeit des alten Japan hinein. Der Kodex verlangte vom Samurai, keine Angst vor dem Tod zu haben, wenn nötig entschlossen zu kämpfen und nicht am Leben zu hängen. - Moderne Kampfkunst dreht diese Blickrichtung um: Je bewusster wir unser Leben leben, desto weniger Platz bleibt für Angst und Unsicherheit.

Durch Morihei Ueshiba (1883-1969) entsteht das moderne Aikido, indem sich die alten japanischen Kriegskünsten wie der Schwerkampf (Ken-Jutsu), der Stockkampf (Jo-Jutsu), Messerkampf (Tanto-Jutsu) und der waffenlosen Kampf (Tai-Jutsu) miteinander verbindet. Unermüdlich hat Ueshiba Sensei daran gearbeitet, die so entstandene neue Kunst mit seinem geistigen Verständnis, dass der Mensch ein integrales Geschöpf dieses Universum sei, in Einklang zu bringen.
Dem ordnenden Geist seines Sohnes Kisshomaru Ueshiba (1921-1999) ist es zu verdanken, dass die unermüdlich sprudelnde kreative Arbeit seines Vaters eine vorsichtige Katalogisierung erfahren hat und ein öffentliches Prüfungssystem eingeführt wurde, um die neue Kampfkunst auch für Menschen, die keinen direkten Kontakt mit O Sensei hatten, zugänglich zu machen. Kisshomaru Ueshiba ist wohl der wichtigste Schlüssel zum Verständnis der raschen weltweiten Verbreitung des Aikido.

Seigo Yamaguchi Sensei (1924-1996), ist  einer der außergewöhnlichsten Schüler O Senseis's. Als Lehrer hat er selbst wiederum viele bedeutende und ganz unterschiedliche Persönlichkeiten hervorgebracht wie Seishiro Endo, Christian Tissier, Frank Noel und Gerhard Walter. - Durch die enge Beziehung Seigo Yamaguchis zu Christian Tissier ist Yamaguchi Sensei für das Seishinkai Aikido so etwas wie ein "Weichensteller": Weiches, aufrechtes Arbeiten, welches die profunde Kenntnis einer Waffengattung (in diesem Fall das Schwert) voraussetzt.

Minoru Inaba Sensei (geb. 1946) ist das Oberhaupt Kashima no tachi, der Schwertschule des alten Kashimatempel. Inaba Sensei ist persönlicher Schüler des legendären Kunii Zenya, welcher den jungen Inaba kurz vor seinem Tod zu seinem Nachfolger ernannte. Inaba Sensei stellt die Frage nach der Begründung von Budo: "Warum eigentlich studierst du Kampfkunst, was ist der Sinn deines Trainings? Was willst du?" und möchte mit diesen Fragen die Kampfkunst für das 21. Jahrhundert wertvoll machen. Die Schwerttechniken des Minoru Inaba fanden in der Interpretation durch Christian Tissier weltweite Wahrnehmung.






Die Haupteinflussquellen von Christian Tissier Shihan (geb. 1951) sind Kisshomaru Ueshiba, Seigo Yamaguchi und Minoru Inaba. Tissier's Interpretation von Kisshomaru Ueshiba's  und Yamaguchi's Aikido ist geprägt durch das Schwert der Kashima Schule. Der "Geist des Schwertes" hat nicht nur sein Aikido beeiflusst, sondern auch die Unterichtsdidaktik. Viele Techniken sind durch die Itto ryu (Ein-Schwert-Schule) des Kashima no tachi erklärbar. Ikkyo, die erste Kontrolltechnik des Aikido, führt Tissier z.B. wie ein fallendes Schwert aus.
Thorsten Schoo Sensei (geb. 1964) sucht in seinem Aikido die Balance zwischen Schwert (direktes Eintreten), Stock (weichen Kontakt nehmen und Mitgehen) und Messer (Realitätssinn verbessern). Dabei inspiriert ihn neben den  Impulsen aus dem Schülerbereich von Yamaguchi Sensei und Inaba Sensei auch die Systema Kampfkunst des russischen Meisters Vladimir Vasiliev. - Seishinkai Aikido arbeitet seinem Wesen nach mit den wichtigsten Prinzipien der Kampfkunst - wie Atmung, Haltung und Spannung - und versucht diese im "logischen" Formenalphabet eines Christian Tissier zu realisieren.




Lesen Sie mehr zu Seishinkai Aikido ...